Das Hof- und Nationaltheater in München im 19. Jahrhundert - Eberth Manfred
 

Publikationen

Das Hof- und Nationaltheater in München im 19. Jahrhundert

2007
Autor Eberth Manfred
Verlag GRIN Verlag
Seiten 80
Themenbereich Theater
Suchbegriff Nationaltheater Oper 
ISBN 3638683834
Erschienen

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Hauptseminararbeit aus dem Jahr 1992 im Fachbereich Theaterwissenschaft, einseitig bedruckt, Note: 1, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Theaterwissenscchaft), Veranstaltung: Hauptseminar: Nationaltheater, Sprache: Deutsch, Abstract:

EINLEITUNG

Um die Nationaltheateridee im 19. Jhd. und die geistig ideellen Implikationen, die damit verbunden sind, verstehen zu können, ist es notwendig, den zeitgeschichtlichen Hintergrund, der zur Entstehung dieser Idee im 18. Jhd. geführt hat, zu erkennen.

Kerngedanke der Aufklärung ist, daß der Mensch ein vernunftiges Wesen ist, das zur Selbstbestimmung fähig ist, sich individuell entwickeln und die Welt mit Mitteln des Verstandes begreifen, letztlich auch beherrschen kann. Aufklärerisches Gedankengut ist deshalb vielfältig mit dem Begriff Macht und mit der Vorstellung von übergreifenden allgemeinmenschlichen Dimensionen verbunden. Die Aufklärung ist dabei aber nicht als bürgerlicher Gegensatz zur Fürstenherrlichkeit des Absolutismus zu verstehen, wie es das 19. Jhd. getan hat.

Aus dieser Konstellation ergibt sich das gemeinsame Interesse von Adel und Bürgertum an Bildung und Erziehung, Kunst und Wissenschaft. Während die Fürsten auf diese Weise versuchen, ihre Macht zu stabilisieren, tendiert das wachsende Selbstbewußtsein des Bürgertums dazu, eben diese Macht mit den Mitteln der Vernunft in Frage zu stellen. Dieser Prozeß der Emanzipation dauert in Deutschland bis weit ins 19. Jhd., denn nicht zuletzt die wirtschaftliche Potenz der Fürstenhöfe bleibt der politisch und sozial lange bestimmende Faktor und schafft dadurch erst die materiellen Voraussetzungen für eine Bildungs- und Kulturpolitik.

Im Gegensatz zu Frankreich oder England ist Deutschland im 18. Jhd. in unzählige Kleinstaaten zersplittert und der Nationalgedanke ist eine abstrakte Größe, die aus der Sicht von bürgerlichen, intellektuellen und adeligen Kreisen, kaum politisch, aber kulturell angestrebt wird; der Reichsgedanke bleibt dem 19. Jhd. vorbehalten.

Der deutschen Sprache als übergreifender Gemeinsamkeit einer Nation und dem Theater, der Dichtung und Literatur als Anwendungsbereich für diese Sprache kommt damit eine zentrale Bedeutung zu.

Die Nationaltheateridee wurzelt in dieser historischen und politischen Situation. Das real existierende (Hof- und) Nationaltheater des 18. Jhds. ist eine Symbiose aus höfischen Subventionen und Organisationsformen, aufklärerischem Bildungsanspruch und bürgerlichem Selbstbewußtsein und die Idee eines deutschsprachigen Theaters mit anspruchsvollem Repertoire ist zugleich Ausdruck eines maßgeblich höfischem Kunst- und Kulturverständnisses, welches nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend weniger exklusiv wird.

  • EINLEITUNG
  1. HOFTHEATER IN MÜNCHEN VOR 1800
  2. DEUTSCHSPRACHIGE PRODUKTIONEN IM (HÖFISCHEN) THEATER AM SALVATORPLATZ ZWISCHEN 1753 UND 1799
    1. KURTZ UND NIESSER
    2. KURFÜRST KARL THEODOR UND DIE "NATIONALSCHAUBÜHNE"
  3. DAS DEUTSCHSPRACHIGE REPERTOIRE IM 19. JAHRHUNDERT AM MÜNCHNER HOF
    1. ITALIENISCHE OPER UND DEUTSCHE OPER
    2. DEUTSCHSPRACHIGES SCHAUSPIEL IM MÜNCHNER HOF- UND NATIONALTHEATER
  4. ORGANISATORISCHE ASPEKTE
    1. RÄUMLICHE SITUATION IM MÜNCHNER HOF- UND NATIONALTHEATER IM 19. JAHRHUNDERT
    2. BAUFINANZIERUNG DES NATIONALTHEATERS
    3. HOFTHEATERINTENDANZ IN MÜNCHEN
  5. DAS MÜNCHNER HOF- UND NATIONALTHEATER ALS MONARCHISTISCHE INSTITUTION
    1. MAX I. JOSEPH UND DER THEATERNEUBAU
    2. VON LUDWIG I. BIS LUDWIG II.
  • LITERATUR

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