Kommunale Wohnungspolitik im Dritten Reich - Haerendel Ulrike
 

Publikationen

Kommunale Wohnungspolitik im Dritten Reich

Siedlungsideologie, Kleinhausbau und Wohnraumarisierung am Beispiel München

Autor Haerendel Ulrike
Verlag Oldenbourg Wissenschaftsverlag
Seiten 458
Epoche 1900–1945
Ort München 
Regierungsbezirk Oberbayern
Suchbegriff Wohnungspolitik Nationalsozialismus 
ISBN 3486563890
Erschienen1999

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Während Hitler und seine Architekten die Umgestaltung Münchens zur monumentalen "Hauptstadt der Bewegung" planten, herrschte in der Stadt schwere Wohnungsnot. Die Abkehr von der öffentlichen Subventionierung des Mietwohnungsbaus und die Konzentration auf das Siedlungswesen hatten schon in den ersten Jahren der NS-Herrschaft unzureichende Bauleistungen zur Folge. Im Krieg kam der zivile Wohnungsbau vollends zum Erliegen. Die Reaktion der nationalsozialistischen Stadtverwaltung auf die Wohnungsproblematik war nicht nur für München von Bedeutung, da Oberbürgermeister Fiehler als Vorsitzender des Deutschen Gemeindetages und Leiter des Hauptamtes für Kommunalpolitik der NSDAP zugleich überregionalen Einfluß ausübte. Die am Beispiel Münchens geschilderten Programme zum Bau von "Kleinsiedlungen" oder "Volkswohnungen" konnten den Mangel nicht beheben. Daher suchte die kommunale Wohnungspolitik nach Ausweichstrategien. Zu ihnen gehörte seit dem Pogrom vom November 1938 auch die "Arisierung" des Wohnraums. Aus der Presse: "Insgesamt gesehen liegt die Stärke dieser Studie in der soliden, gründlichen Aufarbeitung der Münchener Wohnungsbaupolitik, die die Autorin auch gut darzustellen vermag." Adelheid von Saldern, in: Zeitschrift für Sozialreform 2001, Heft 3

  • Vorwort
  • Einleitung
  • I. NS-Herrschaft und Kommunalpolitik: die Rahmenbedingungen
    1. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten in München und die
      Gleichschaltung des Stadtrates
      Die nationalsozialistische Machtübernahme in Bayern (27) - Die Ernennung Karl Fiehlers zum Münchner Oberbürgermeister und die Gleichschaltung des Stadtrates
    2. Die neuen Führungskräfte
      • Karl Fiehler: „alter Kampfer" und Kommunalpolitiker
      • Die nationalsozialistische Stadtratsfraktion und das Kollegium der Ratsherren
      • Die berufsmäßigen Stadträte: Kontinuität oder nationalsozialistische Revolution?
      • Zwischen Fachamt und Parteiamt: Guido Harbers als Wohnungsreferent
    3. Kommunalpolitische Interessen im „Dritten Reich"
      1. Entstehung und Grundzüge der Deutschen Gemeindeordnung von 1935
      2. Hauptamt für Kommunalpolitik und Deutscher Gemeindetag
  • II. Wohnungspohtik als staatliches und städtisches Handlungsfeld: ein Überblick
    1. Die Politik des Reiches im Wohnungs- und Siedlungswesen
      • Von der Zwangswirtschaft zur „Hauszinssteuerära": Wohnungspolitik in den zwanziger Jahren
      • Prämissen nationalsozialistischer Wohnungspolitik
      • Das Reichsarbeitsministerium und die Wohnungskrise
      • Gottfried Feder und das „Deutsche Siedlungswerk44 von 1934
      • Die Verankerung des Wohnungsund Siedlungswesens in NSDAP und DAF
    2. Vom Landeswohnungsfürsorgefonds zum „Sieben-Programm44: Bauförderung in Bayern
    3. Wohnungsmarkt und Wohnungsbau in München zwischen den Weltkriegen
      • Die Münchner Wohnungspolitik unter den Bedingungen der Zwangswirtschaft
      • Die Wohnungsbauprogramme in der „Mietzinssteuerära
      • Die Entwicklung des Wohnungsmarktes im Nationalsozialismus
  • III. Kleinsiedlungen, Volkswohnungen, Einfachhäuser: Baupolitik und Wohnungsfürsorge im nationalsozialistischen München
    1. Die Kontinuität des Krisenprogramms:
      1. Der Kleinsiedlungsbau in München
      • Die Wohnungsbauprogramme in der „Mietzinssteuerära44
      • Die Entwicklung des Wohnungsmarktes im Nationalsozialismus
      • Kleinsiedlungen, Volkswohnungen, Einfachhäuser: Raupolitik und Wohnungsfürsorge im nationalsozialistischen München
    2. Die Kontinuität des Krisenprogramms:
      • Der Kleinsiedlungsbau in München
      • Der Beginn des Kleinsiedlungsprogramms 1931
      • Die Errichtung der Reichskleinsiedlungen in Freimann, am Perlacher Forst und an der Zamdorfer Straße
      • Die Fortführung der Kleinsiedlung unter den Nationalsozialisten: Am Hart
      • Kleinsiedlungen im wSicbert-ProgrammM: Neuherberge und Kaltherberge
      • Siedlungswesen, Rassenideologie und Gesellschaftspolitik
      • Kleinsiedlungspolitik und Siedlerauswahl (228) -
      • Mustersiedlung Ramersdorf (251) -
      • Siedlungen für „alte Kämpfer" und Kriegsteilnehmer (264)
    3. Wohnungsbaupolitik in der „Hauptstadt der Bewegung":
      • Das Spannungsfeld zwischen öffentlicher Hand, privater und gemeinnütziger Wohnungswirtschaft
      • Öffentliche Wohnungsbauförderung in München: Ein Vergleich in Zahlen
      • Das Baulückenprogramm zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Interessen
      • Die Gewofag und das Kleinwohnungsbauprogramm der Stadt München
      • Die GWG und die Umsetzung des Volkswohnungsprogramms in München
    4. Die Wohnungsfürsorge der Stadt München
      • Wohnungsamt und Wohnungsnachweis: Organisation und Tätigkeit
      • Stadt und Wohnungsmarkt (340) - Wohnungsfürsorge für kinderreiche Familien
      • Mietverbilligungen und der Bau von Einfachwohnungen
  • IV. Zwischen 9 Wohnraumarisierung tt und Behelfsheimbau: Die Wohnungsfrage
  • IV. Zwischen „ Wohnraumarisierunga und Behelfsheimbau: Die Wohnungsfrage im Krieg
    1. „Auf Wunsch des Führers44:
      • Gesamtstadtplanung und Wohnungsbau unter der Regie des Generalbaurates
        Das Wohnungssofortprogramm 1938-1942
      • Generalbaurat und Ersatzwohnungsbau
    2. Judenverfolgung und „Wohnraumarisierung
    3. Der „Reichskommissar für den sozialen Wohnungsbau und die Organisation der Münchner Wohnungspolitik im Krieg
      • Die Planungen für den Wohnungsbau nach dem Krieg
      • Das Behelfsheimprogramm als Notstrategie
  • Zusammenfassung
  • Tabellenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Quellen und Literatur

 

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